Kathrin Stirnemann

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Kathrin Stirnemann

Velotipps zur Sicherheit auf der Strasse von der Weltklasse-Bikerin

Im Rennen ohne Angst. Im Strassenverkehr ohne Leichtsinn.

Hoch konzentriert sein und dennoch locker bleiben: Diese Erfolgsformel gilt im Rennen wie im Strassenverkehr, weiss die Nationaltrainerin der U19-MTB-Equipe. Im Gegensatz zum Wettkampf gilt es aber, für eine unfallfreie Fahrt auf der Strasse noch einiges mehr zu beachten.

Geschwindigkeit

Autofahrer/-innen unterschätzen oft das Tempo meines E-Bikes und nehmen mir deshalb den Vortritt oder kreuzen vorschnell meine Fahrspur. Und wenn auch ich selbst aufgrund der hohen Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig reagieren kann, ist eine Kollision vorprogrammiert. Weil ich jederzeit mit «Fahrfehlern» anderer rechnen muss, passe ich mein Tempo frühzeitig an.

Blinde Stellen

Ob wegen Gebäuden, Hecken oder Autos: Gerade innerorts sehe ich Hindernisse erst spät. Darum heisst es, den Kopf bei der Sache zu haben, die Hände an den Bremsen zu halten und das Tempo so zu wählen, dass man jederzeit auf Sichtweite anhalten kann.

Toter Winkel

Sich im stockenden Verkehr einfach mal rechts vorbeischlängeln? Dann verschwinde ich für den Lastwagenchauffeur im toten Winkel! Wenn er rechts abbiegt, kann er mich nicht sehen. Deshalb bleibe ich mit genügend Abstand hinter dem Lastwagen und warte, bis er abgebogen ist.

Abstand

Komme auch ich rechtzeitig zum Stehen, wenn der/die Autolenker/-in vor mir plötzlich «voll in die Eisen steigt»? Deshalb immer ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten und Aufmerksamkeit auf die Strasse richten.

Strassenverhältnisse

Rollsplitt, Laub, Wasser oder Schnee/Eis: Ein veränderter Fahruntergrund kann den Bremsweg verlängern und das Handling meines Zweirads erschweren. Deshalb im Zweifelsfall – insbesondere bei Schnee und Eis – vorzugsweise den ÖV benutzen.

Sichtverhältnisse

Durch entgegenkommende Fahrzeuge oder beim Fahren gegen die Sonne kann man unvermittelt geblendet werden. Auch Regen, Schnee oder Nebel schränken mein Sichtfeld ein. In diesen Fällen muss ich meine Geschwindigkeit und meine Fahrweise anpassen.

Gelände

Weil ich nicht auf der Rennstrecke bin: An unübersichtlichen Stellen wie vor Geländekuppen fahre ich am rechten Fahrbahnrand und überhole nur, wenn dies gefahrlos möglich ist.

Fahrfitness

Besonders nach längerer Velo-/E-Bike-Abstinenz gilt es, sich langsam wieder heranzutasten. Oder würden Sie nach dem Start in die neue Skisaison gleich wie Beat Feuz das Lauberhorn hinunterfahren?

Fahrtechnik

Erst wenn ich auf Überraschungen reagieren muss, zeigt sich, wie gut ich mein Zweirad im Griff habe. Gleichgewicht, Handling und den Umgang mit Bremse, Schaltung und Lenkung trainiert man besser abseits der Strasse.

Alkohol/Medikamente/Drogen

Fahren nach ein paar Feierabendbieren? Nein, angetrunken oder unter Einfluss von Drogen und Medikamenten zu fahren, ist auch mit dem Velo oder E-Bike verboten! Und ein Unfall hat womöglich schlimmere Folgen als mit dem Auto. Wer trinkt, fährt nicht, auch nicht auf zwei Rädern.

Helm/Schutzausrüstung

Sich zu schützen, ist nicht nur eine Frage des Gesetzes, sondern auch eine Frage des Verstands. Für mich gilt: Kluge Köpfe schützen sich. Ich bin letztlich auch Vorbild für die jüngsten Verkehrsteilnehmenden.

Sichtbarkeit/Beleuchtung

Gesehen werden: Im Gegensatz zum Auto habe ich auf zwei Rädern eine kleine Silhouette, und mein Licht ist womöglich schlechter sichtbar. Deshalb setze ich auf helle Kleidung und reflektierende Materialien.

Fahrzeugwartung

Ein funktionstüchtiges Velo/E-Bike sorgt für eine sichere Fahrt. Deshalb Licht, Bremsen und Pneudruck regelmässig checken (lassen). Das erspart mir auch den Griff ins Portemonnaie nach der Polizeikontrolle oder dem selbst verschuldeten Unfall.

Handzeichen

Klare Handzeichen vor dem Abbiegen zeigen den anderen, wohin ich will. Ich erwarte ja vom Autolenker ebenso, dass er mit dem Blinker seinen Richtungswechsel frühzeitig anzeigt.

Rotlicht

Rot heisst Anhalten – und zwar für alle! Einzige Ausnahme für Velofahrende: Rechtsabbiegen bei Rot, wenn an der Ampel klar signalisiert. Wer ein Rotlicht fahrlässig missachtet, nervt nicht nur die anderen Verkehrsteilnehmer/-innen, sondern gefährdet sich selber und haftet letztlich beim Unfall selbst.

«Ich will anderen beibringen, sich Ruhe anzueignen.»

Im Rennen wie im Strassenverkehr: Warum Sicherheit das A und O ist.
Das Interview zur Zusammenarbeit zwischen Kathrin Stirnemann und der Kantonspolizei Bern.

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